Eruda 2016 / Eigenen Solarstrom im Tank?

Die e-Rallye "elektrisch Rund um den Ammersee" eRUDA fand am letzten Wochenende (vom 23.-25.9.) statt. Leider konnte ich Samstag nicht teilnehmen, so bin ich am letzten Tag einfach so zu einer der Stationen - Fürstenfeldbruck - gefahren, weil es am Sonntag so schönes Wetter war und ich eh eine Tour machen wollte. In FFB gab es eine Ausstellung rund um die E-Mobilität, die interessante Neuigkeiten versprach. Als ich dort ankam, waren die eRUDA Teilnehmerfahrzeuge noch nicht eingetroffen. Der Parkplatz auf den Wiesen vor dem Kloster war noch komplett frei und die zur Verfügung gestellte Lade-Infrastruktur hervorragend. Die Stromverteilung mit 400V Drehstrom-Mehrfachsteckern sah respekteinflößend aus. Neben einigen e-Fahrzeugen von Renault, VW und Kia gab es viele e-Bikes und Pedelecs zu sehen, einige e-Motorräder (viele für Kinder) und einige Sonderfahrzeuge wie den erod. Die Ausstellung im Innenbereich war ziemlich ruhig, vielleicht auch wegen des schönen Wetters. 

Für mich am interessantesten war der Stand von fenecon, einem Distributor von BYD (Build your dreams), chinesischer Hersteller von Batteriezellen (10 GWh heutige Produktionskapazität pro Jahr, vgl. mit Tesla's zukünftiger Gigafactory mit 36 GWh/a) und inzwischen auch (Elektro)Fahrzeugen. Ein BYD e6 war ausgestellt, ein Schwergewicht mit 2.4 t aber auch einer theoretischen Reichweite von 400 km. Interessanter fand ich ein Stromspeichersystem fenecon mini 3-3, das bei einer PV-Analyse zwischen Wechselrichter und Zähler eingebaut werden kann um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Lithium-Eisenphosphat-Akkus mit  6000 Zyklen Lebensdauer bis 70% Restkapazität. Kostenpunkt für die 3kWh Variante mit Einbau ca. 5000 Euro, als 6 kWh-Version ca. 7.5-8000 Euro. Unsere Photovoltaikanlage hat einen Vergütungssatz von 34.05 Cent/kWh (Einspeisung) und 17.67 Cent/kWh (Eigenverbrauch), der sich auf 22.05 Cent/kWh steigern lässt, wenn der Eigenverbrauch mehr als 30% beträgt. Im Moment bringt unsere 6 kWp Solaranlage ca. 4600 kWh/a (der Wert ist relativ gering, da ein Teil der Module auf dem Nord-Dach angebracht ist), wovon wir 23% selbst verbrauchen. Wenn wir mit der 3kWh-Speicheranlage und jährlich 150 Zyklen ca. 450 kWh zusätzlich selbst verbrauchen könnten, würden wir die Förderung um (22.05-17.67)Cent/kWh*(4600*0.23+450)kWh = 65 Euro erhöhen. Solange die Einspeisung noch gefördert wird, macht so ein Speichersystem für uns finanziell derzeit keinen Sinn (obwohl der eigene Sonnenstrom im Akku schon reizvoll wäre). Sobald die Förderung ausläuft und wir nur noch 3 ct/kWh bekommen, sieht das vielleicht schon anders aus: Dann stehen für 450 kWh Eigenverbrauch die Differenz vom dann geltenden Strompreis (derzeit 21.09 Cent/kWh) und der dann geltenden Vergütung an der Leipziger Strombörse (Annahme: 3 Cent/kWh) zur Diskussion, in Summe also (21.09-3)Cent/kWh*450kWh=81,40 Euro. Hm. Auch nicht so der Bringer. Muss ich nochmal drüber nachdenken, vielleicht liegt hier auch ein Denk- oder Rechenfehler vor. Selbst mit 300 Vollzyklen pro Jahr (statt der oben angenommenen 150) würde man immer noch auf Amortisationszeiten von 30 Jahren kommen. Tja, vielleicht darf man (derzeit) einfach auch noch nicht aufs Geld schauen. Diese Speichersysteme werden bis zum Auslaufen unserer Förderung außerdem sicher noch preiswerter werden. 

 

Alles in Allem, es war ein interessanter Tag.